Parther

Die Parther waren wohl ursprünglich ein Teilstamm der Skythen mit dem Namen Parner (Parni), der an der Südostecke des Kaspischen Meeres ansässig war. Als sie in die Satrapie Parthia einwanderten, nahmen sie den davon abgeleiteten Namen Parther an. Zwischen 250 v. Chr. und 238 v. Chr. eroberten die Parther unter ihrem Anführer Arsakes einen Teil der iranischen Gebiete des Seleukidenreichs. Bald nach dem ersten Zusammentreffen mit den Römern zu Beginn des 1. Jahrhunderts v. Chr. unter Sulla endgültig, als 64/63 v. Chr. die Reste des Seleukidenreichs zur römischen Provinz Syria umgewandelt wurden, wurde das Partherreich zum Rivalen Roms um die Macht im Osten, wobei es nicht zuletzt um Handelsinteressen ging. Zahlreiche militärische Auseinandersetzungen kennzeichneten hinfort das Verhältnis der beiden Staaten, wobei die Parther zumeist die Angegriffenen waren. Am bekanntesten ist die römische Niederlage in der Schlacht bei Carrhae 53 v. Chr., in der etwa 25.000 römische Soldaten ihr Leben verloren und 10.000 in parthische Gefangenschaft gerieten; weitere circa 10.000 Mann erreichten nur mit Mühe Syrien. Im 1. und 2. Jahrhundert n. Chr. wurde das Partherreich durch mehrere Bürgerkriege erschüttert. Auch im Kampf mit dem alten Rivalen Rom musste man Niederlagen hinnehmen, konnte sich im letzten Krieg mit dem westlichen Nachbarn aber erfolgreich behaupten. Doch auch die Abwehrkämpfe gegen die Saken und Kuschana an der Nordostgrenze stellten eine ständige Belastung für das Reich dar, dessen König nur über relativ geringe Einnahmemöglichkeiten - wie etwa Zölle - verfügte. In der Persis begann zu Beginn des 3. Jahrhunderts n. Chr. eine Revolte unter dem lokalen Fürsten Ardaschir I., der um 211 Feldzüge in die benachbarten Regionen unternahm. Ardaschir konnte schließlich 224 den letzten parthischen König Artabanos IV. in einer Schlacht besiegen und töten. Er selbst wurde 226, nach der Eroberung von Ktesiphon, wo sich ein anderer Arsakide noch zwei Jahre hatte halten können, zum König gekrönt. Er begründete so die Dynastie der Sassaniden, deren Neupersisches Reich bis ins 7. Jahrhundert fortbestand und erst im Zuge der islamischen Expansion am Ende der Spätantike unterging.
Große Herrscher waren Arsakes I. und Mithridates.