Karthager

Karthago wurde im neunten oder achten Jahrhundert v. Chr. von phönizischen Siedlern aus Tyros gegründet. Im Gegensatz zur älteren Kolonie Utica nannten sie die Stadt 'Neue Stadt', Qart-Hada¹t. Dionysios von Halikarnassos datiert die Gründung Karthagos auf das Jahr 814 v. Chr. In den ersten beiden Jahrhunderten seines Bestehens war Karthago von seiner Mutterstadt Tyros abhängig. Als das phönizische Mutterland im 6. Jahrhundert v. Chr. von den Persern erobert wurde, löste sich Karthago vom tyrischen Einfluss. In der Folgezeit entwickelte es sich zu einer bedeutenden See- und Handelsmacht und gründete Kolonien auf Sizilien, Sardinien, Korsika, den Balearen, an der nordafrikanischen Küste und an der südlichen Mittelmeerküste Spaniens. Auch dauernde Konflikte während des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. mit den griechischen Kolonien, vor allem Syrakus und seit seiner Gründung auch mit Nikaia (Nizza), taten dem Aufstieg keinen Abbruch. Während dieser Zeit war Karthago einem starken Einfluss der griechischen Kultur ausgesetzt, aber mit den Etruskern verbündet. Die Stadt prosperierte durch den Aufschwung des Seehandels. Im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. war Karthago zur reichsten Stadt des Mittelmeerraums geworden. In ihr wohnten 400.000 Menschen, weitere 100.000 lebten in der angrenzenden landwirtschaftlichen Nutzfläche der Megara. Die drei Punischen Kriege gegen das aufstrebende Rom führten letztlich zum Niedergang Karthagos. Der zweite dieser Kriege hat aber durch den karthagischen Feldherrn Hannibal zu einer ernsten Bedrohung für Rom selbst geführt.
Große Herrscher waren Hannibal und Hasdrubal.