Franken
Seit etwa 200 n. Chr. begannen sich einige der kleinen westgermanischen Stämme entlang der römischen Grenze zu einem größeren
Stammesverband zusammenzuschließen, der sich selbst als Franken (die Mutigen
, Kühnen) bezeichnete. Die Franken wurden erstmals in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts als Franci in römischen Quellen
erwähnt, anlässlich eines ihrer vielen Raubzüge über die Grenze in die römische Provinz Gallien hinein. Sie bedrängten in der
Spätantike wiederholt römisches Gebiet und unternahmen sogar Seeräuberfahrten.
Zur Großmacht wurden die Franken durch die Eroberungen des salfränkischen Merowingers Chlodwig I. (ca. 500 n. Chr.),
der nacheinander das nordgallische Reich des Syagrius, mehrere fränkische Kleinreiche, die Alamannen und teilweise auch
die Westgoten besiegte und somit die Grenze des Frankenreichs bis zu den Pyrenäen vorschob. Entscheidend war auch der
Übertritt Chlodwigs und weiter Teile seines Volkes zum katholischen Christentum. Seine Söhne setzten seine Eroberungen fort,
indem sie Burgund und das Thüringerreich dem Frankenreich angliederten. Chlothar I. vereinigte noch einmal das
Frankenreich, unter seinen Söhnen kam es dann zur Bildung der fränkischen Teilreiche Austrasien und Neustrien.
Ab dem späten 7. Jahrhundert regierten die Merowinger nur noch formal. 751 erfolgte die Übernahme der Königsherrschaft
durch die Karolinger. Die spätere Teilung führte zur Entstehung der Staaten Frankreich
und Deutschland. Ein letztes mal waren alle Franken in den Jahren 882 bis 887 unter einem König vereint, Karl III.
der Dicke. Danach blieb es bei der Aufspaltung.
Große Herrscher waren Chlodwig I. und Karl der Große.